Kirche Burgsinn

Evangelische in Burgsinn und der Kirchenbau

Altarkreuz
Bildrechte: Sabine Schlagbauer

Im Jahre 1564 führten Eberhard IV. von Thüngen und Bernhard III. von Thüngen in Burgsinn die Augsburger Konfession ein und beriefen den ersten lutherischen Pfarrer Magister Jonas Lichtenfelser. Die Geschichte der Gemeinde und der Evangelischen vor Ort durch die Jahrhunderte ist sehr bewegt und kann gerne in unserem Archiv nachgelesen werden.

Bis zum Jahr 1955 benutzten die Evangelischen Christen gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde die Michaeliskirche (Simultaneum). Schon lange hatte man Geld für eine eigene Kirche gesammelt, aber durch Inflation und Währungsreformen waren ansehnliche Beträge wieder verloren gegangen. Werner Sondermann, der am 20. August 1950 in sein Amt als Pfarrer von Burgsinn eingeführt wurde, ergriff aufs Neue die Initiative. Am 2. November 1952 fand bei strömendem Regen, unter starker Beteiligung der gesamten Bevölkerung, die feierliche Grundsteinlegung statt. Die Einweihung des neuen Gotteshauses, das den Namen „Dreieinigkeitskirche“ erhalten hat, fand am 5. Juni 1955 durch den Oberkirchenrat Heinrich Koch statt. Die Marktgemeinde Burgsinn hat bei der Finanzierung des Kirchenbaus Außerordentliches geleistet. Sie zahlten rund die Hälfte von den für den Bau benötigten 330.000 DM.

Innenraum Kirche
Bildrechte: Sabine Schlagbauer

Viele damals am Bau Beteiligte erzählen heute noch stolz von dem, was sie gemeinsam geleistet haben.

Die Holzdecke, die Empore und das Gestühl sind aus Burgsinner Lärchenholz. Der Buntstein des Altares, des Taufsteines und der Kanzel ist im Sinngrund, in Altengronau, geschliffen worden.
 

 

 

Die Pfarrer ab dem 20. Jahrhundert

Altar
Bildrechte: Sabine Schlagbauer

1879-1925 Georg Zeitler            

1925-1926 Johannes Redies

1927-1938 Christian Diegritz      

1938-1950 Dr. Fritz Weidringer

1951-1957 Werner Sondermann  

1957-1972 Reinhard Dobbert

1972-1990 Erich Schmidt            

1991-1993 Gerhard Bauer (zur Vertretung)

1993-1999 Gerhard und Birgit Bauer   

2000-2010 Johannes Müller

2011-2014 Gerhard Muck                   

2017-2020 Sabine Schlagbauer (zur Vertretung)

ab 2020 Sabine Schlagbauer
 

Orgel
Bildrechte: Sabine Schlagbauer

Orgel

Im Jahr 1956 wurde die Orgel der Firma Steinmeyer/Oettinger aufgestellt und wird seither von vielen Organisten fleißig bespielt. Besonders häufig trifft man dort unseren Hauptorganisten Wolfgang Rausch an.


 

 

Altarfenster
Bildrechte: Sabine Schlagbauer

Altarfenster

Das große Altarfenster ist ein Werk des Münchner Kunstmalers Arno Bromberger. Es wird sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließen; es will immer wieder angeschaut werden.

Es zeigt den auferstandenen Herrn Jesus Christus in seiner Herrlichkeit vor dem Kreuz, umgeben von der „Wolke der Zeugen“ (Hebräer 12,1). Auf der linken Seite die Reihe der alttestamentlichen Zeugen: Adam und Eva, Mose, David, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Jona, Micha und Johannes der Täufer.

Auf der rechten Seite die neutestamentlichen Zeugen: Hanna und Simeon, Jakobus und Petrus, Johannes mit seiner Offenbarung, der Hauptmann unter dem Kreuz und die drei Frauen am offenen Grab.

Die Farben des Mittelteils mit dem auferstandenen Herrn kehren in den einzelnen kleinen Bildern wieder. So kehrt z.B. das leuchtende Goldgelb der Herrlichkeit des Auferstandenen in jedem Bild wieder. Adam und Eva sind in diesem Lichtglanz erkannt, Mose von diesem Lichtglanz ebenso erleuchtet, wie der Seher Johannes; Davids Goldkrone spiegelt den Lichtglanz der Herrlichkeit des Auferstandenen ebenso wieder, wie der Schlüssel des Petrus, das Buch des Jakobus und der Helm des Hauptmannes unter dem Kreuz. So ist das ganze Bild ein einziger Lobpreis des auferstandenen und erhöhten Christus!

Kirchturm
Bildrechte: Sabine Schlagbauer

Turm und Glocken

Der freistehende Turm trägt vier Glocken mit folgenden Inschriften:

1. Fis-Glocke: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet wird leben, ob er gleich stürbe“ (Totenglocke)

2. A-Glocke: „Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ (Gebetsglocke)

3. H-Glocke: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden. Wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden“ (Taufglocke)

4. Cis-Glocke: „Haltet fest am Bekenntnis“ (Verkündigungsglocke)

Von diesem Geläut heißt es in einem Gutachten:

Beim Hören dieses meisterlichen Geläutes in der schönen unterfränkischen Landschaft zwischen Rhön und Spessart, wird einem der Alltag vorübergehend zu einem Festtag. Die Gemeinde darf für ihr herrliches Geläut von Herzen dankbar sein.“

 

Quellen: 

400 Jahre Evang.-Luth. Kirchengemeinde Burgsinn, 1964.

50 Jahre evangelische „Dreieinigkeitskirche“ Burgsinn, 2005.

1000 Jahre Burgsinn, Festschrift zur Milleniumsfeier der Marktgemeinde Burgsinn, 2001.

Burgsinn. Die Perle des Sinngrunds. Geschichte, Geschichten, Gedichte, (Roland Herget) 1996.